© Verlag Torsten Low 2019

Jutta Ehmke

Die Wahrheit über Idilia D.

Über Jutta Ehmke
Jutta Ehmke, Jahrgang 1967, kreiert abenteuerliche Zauberwelten voll Tiefgang und Humor. Ihre Romane, Erzählungen und Kurzgeschichten sind dem Genre Phantastik zuzurechnen. Die Autorin leitet die Schreibgruppe »Phantastik Autoren Speyer«, ist Anthologie-Herausgeberin und Schreibcoach. Ihr Roman „Twilight Zoo“ und die Kurzgeschichte „Das Loch in der Krypta“ wurden für Phantastik-Literaturpreise nominiert. Info und Kontakt: www.juttaehmke.de 
Die originale Geisterlegende
Die siebzehnjährige Idilia Dubb soll 1851 auf Burg Lahneck verhungert sein, als ein Gerüst umfiel, während sie sich auf dem Turmplateau der Burg befand.  Die Burg war damals im Zustand einer Ruine,  niemand wusste von dem provisorischen Gerüst bzw. von Idilias Ausflug zur Lahneck. Erst neun Jahre später soll ihr Skelett gefunden worden sein, zusammen mit einem Tagebuch, in dem sie ihre letzten Tage festhielt. Idilias Geschichte erhitzt wegen einiger Unstimmigkeiten die Gemüter. Manche Fachleute deuten die Existenz des Tagebuchs als Beweis für die Echtheit der Geschichte, während andere aufgrund der Einträge, welche zukünftige Ereignisse  vorwegnehmen,  dieses als Fälschung und Idilias Geschichte als PR-Gag ansehen. – Tatsache ist, dass es einen  Zeitungsbericht vom 26. Oktober 1863 mit dem Titel „Der Tod der Miss Dubb auf Burg Lahneck bei Coblenz“ gibt, der drei Jahre nach dem angeblichen Leichenfund erschienen ist. Aufgrund der Debatte über den  Wahrheitsgehalt der Geschichte  gibt es eine Menge Aufzeichnungen, die den Zustand der Burg von 1851 (Todesjahr) sowie jenem von 1860 (Auffinden der sterblichen Überreste und Start der Arbeiten zum Wiederaufbau der Lahneck) beleuchten. Die Beschreibung der baulichen Maßnahmen, die Armierungsanlagen,  die Behördengänge zur Burgbesichtigung usw. habe ich diesen Texten entnommen. Die Namen Idilia, Marie und George Dubb entstammen besagtem Zeitungsartikel. Dort wird auch der Freund der Familie Christian Bach aus Bad Ems erwähnt, mit dem Idilia Ausflüge unternommen haben soll sowie eine aus Edinburgh stammende Freundin Idilias namens Genevieve Hill. Diese soll Briefe von Idilia erhalten haben, später in den Besitz des Tagebuchs gekommen sein und es „nach eigener Bearbeitung“ veröffentlicht haben.  Weder  über Genevieve Hill noch über Christian Bach oder einer der anderen Beteiligten findet sich ein Eintrag im Geburtenregister ihrer jeweiligen Heimatstädte, was darauf hindeutet, dass es sich bei der Geschichte der Idilia Dubb um eine moderne Sage handelt.
Interview mit Jutta Ehmke
Wie bist du zum Schreiben gekommen? Wie die meisten Autoren schreibe ich seit der Grundschulzeit. Mein erstes Romanmanuskript entstand mit Mitte zwanzig, aber etwas störte mich, ohne dass ich den Finger auf die Wunde legen konnte, und so verschwand es für viele Jahre in der Schublade. Dann kam mein Sohn ins Vorlesealter, wir spannen die Geschichte fort und beschlossen, ein einzelnes Buch fürs eigene Bücherregal anfertigen zu lassen. Auf dem Weg dahin machte mir eine Illustratorin ein Angebot, das ich nicht ausschlagen konnte: Drei Cover zum Preis von einem! Kurzerhand beschloss ich weiterzuschreiben und merkte, wie ich besser wurde. Nach dem Projekt packte mich die Neugier: War ich inzwischen gut genug, um mit einem vierten Romanmanuskript bei einem Verlag zu landen? Um es kurz zu machen: Es klappte, und seither lässt mich das Schreiben nicht mehr los. Als Leser: Roman oder Kurzgeschichte? Beides. Und als Autor:  Beides. Welches Genre liest du? Vor mir ist kein Genre sicher.  Es gibt überall gute und weniger gute Geschichten. In welchen Genres schreibst du? Phantastik (Kinder- und Jugendfantasy, Science-Fiction, Gruseliges) Was hat dich an der Ausschreibung gereizt? Ich mag Gruselgeschichten, das hat gepasst. Glaubst du selbst an Geister und paranormale Erlebnisse? Geister sind wir ja alle, nur halt mit einem Körper drumherum. ;-)   Im Zweifelsfall würde ich wohl eher der Wissenschaft glauben. Trotzdem freue ich mich diebisch über jedes ungelöste Rätsel, das Raum für Phantasie und Mysteriöses lässt. Die Welt wäre arm, wenn alle Fragen beantwortet wären. Falls ja, hast du selbst schon etwas in der Art erlebt? Merkwürdige Begebenheiten gibt es immer wieder. Seltsame Träume, unglaubliche Zufälle. Die Frage ist, in welchen Kontext man das einordnen will. Ein Gespenst ist mir leider noch nicht begegnet, obwohl ich schon an Spukorten übernachtet und es darauf angelegt habe. Kanntest du die Legende um Idilia schon vor der Ausschreibung? Nein, ich bin bei der Recherche darauf gestoßen. Was hat dich daran fasziniert? Die Geschichte um Idilia wirft Rätsel auf. Handelt es sich um eine Zeitungsente, oder hat es das Mädchen wirklich gegeben? Je länger ich über Idilia recherchiert habe, desto mehr hat mich die Geschichte in ihren Bann gezogen. Es lag nahe, den neuen Mythos mit den alten zu verknüpfen. Was würdest du tun, wenn dir ein Geist begegnen würde? Das kommt vermutlich auf den Geist an. Ich würde mich gerne mit ihm unterhalten, wenn das ginge. Vielen Dank für das Interview!
YouTube-Links Sonstige Links Die Bilderrechte liegen bei  Johannes Stender .
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Jutta Ehmke

Die Wahrheit über Idilia D.

Über Jutta Ehmke Die Bilderrechte liegen  bei Jutta Ehmke.
Jutta Ehmke, Jahrgang 1967, kreiert abenteuerliche Zauberwelten voll Tiefgang und Humor. Ihre Romane, Erzählungen und Kurzgeschichten sind dem Genre Phantastik zuzurechnen. Die Autorin leitet die Schreibgruppe »Phantastik Autoren Speyer«, ist Anthologie-Herausgeberin und Schreibcoach. Ihr Roman „Twilight Zoo“ und die Kurzgeschichte „Das Loch in der Krypta“ wurden für Phantastik-Literaturpreise nominiert. Info und Kontakt: www.juttaehmke.de 
Die originale Geisterlegende
Die siebzehnjährige Idilia Dubb soll 1851 auf Burg Lahneck verhungert sein, als ein Gerüst umfiel, während sie sich auf dem Turmplateau der Burg befand.  Die Burg war damals im Zustand einer Ruine,  niemand wusste von dem provisorischen Gerüst bzw. von Idilias Ausflug zur Lahneck. Erst neun Jahre später soll ihr Skelett gefunden worden sein, zusammen mit einem Tagebuch, in dem sie ihre letzten Tage festhielt. Idilias Geschichte erhitzt wegen einiger Unstimmigkeiten die Gemüter. Manche Fachleute deuten die Existenz des Tagebuchs als Beweis für die Echtheit der Geschichte, während andere aufgrund der Einträge, welche zukünftige Ereignisse  vorwegnehmen,  dieses als Fälschung und Idilias Geschichte als PR-Gag ansehen. – Tatsache ist, dass es einen  Zeitungsbericht vom 26. Oktober 1863 mit dem Titel „Der Tod der Miss Dubb auf Burg Lahneck bei Coblenz“ gibt, der drei Jahre nach dem angeblichen Leichenfund erschienen ist. Aufgrund der Debatte über den  Wahrheitsgehalt der Geschichte  gibt es eine Menge Aufzeichnungen, die den Zustand der Burg von 1851 (Todesjahr) sowie jenem von 1860 (Auffinden der sterblichen Überreste und Start der Arbeiten zum Wiederaufbau der Lahneck) beleuchten. Die Beschreibung der baulichen Maßnahmen, die Armierungsanlagen,  die Behördengänge zur Burgbesichtigung usw. habe ich diesen Texten entnommen. Die Namen Idilia, Marie und George Dubb entstammen besagtem Zeitungsartikel. Dort wird auch der Freund der Familie Christian Bach aus Bad Ems erwähnt, mit dem Idilia Ausflüge unternommen haben soll sowie eine aus Edinburgh stammende Freundin Idilias namens Genevieve Hill. Diese soll Briefe von Idilia erhalten haben, später in den Besitz des Tagebuchs gekommen sein und es „nach eigener Bearbeitung“ veröffentlicht haben.  Weder  über Genevieve Hill noch über Christian Bach oder einer der anderen Beteiligten findet sich ein Eintrag im Geburtenregister ihrer jeweiligen Heimatstädte, was darauf hindeutet, dass es sich bei der Geschichte der Idilia Dubb um eine moderne Sage handelt.
Interview mit Jutta Ehmke
Wie bist du zum Schreiben gekommen? Wie die meisten Autoren schreibe ich seit der Grundschulzeit. Mein erstes Romanmanuskript entstand mit Mitte zwanzig, aber etwas störte mich, ohne dass ich den Finger auf die Wunde legen konnte, und so verschwand es für viele Jahre in der Schublade. Dann kam mein Sohn ins Vorlesealter, wir spannen die Geschichte fort und beschlossen, ein einzelnes Buch fürs eigene Bücherregal anfertigen zu lassen. Auf dem Weg dahin machte mir eine Illustratorin ein Angebot, das ich nicht ausschlagen konnte: Drei Cover zum Preis von einem! Kurzerhand beschloss ich weiterzuschreiben und merkte, wie ich besser wurde. Nach dem Projekt packte mich die Neugier: War ich inzwischen gut genug, um mit einem vierten Romanmanuskript bei einem Verlag zu landen? Um es kurz zu machen: Es klappte, und seither lässt mich das Schreiben nicht mehr los. Als Leser: Roman oder Kurzgeschichte? Beides. Und als Autor:  Beides. Welches Genre liest du? Vor mir ist kein Genre sicher.  Es gibt überall gute und weniger gute Geschichten. In welchen Genres schreibst du? Phantastik (Kinder- und Jugendfantasy, Science-Fiction, Gruseliges) Was hat dich an der Ausschreibung gereizt? Ich mag Gruselgeschichten, das hat gepasst. Glaubst du selbst an Geister und paranormale Erlebnisse? Geister sind wir ja alle, nur halt mit einem Körper drumherum. ;-)   Im Zweifelsfall würde ich wohl eher der Wissenschaft glauben. Trotzdem freue ich mich diebisch über jedes ungelöste Rätsel, das Raum für Phantasie und Mysteriöses lässt. Die Welt wäre arm, wenn alle Fragen beantwortet wären. Falls ja, hast du selbst schon etwas in der Art erlebt? Merkwürdige Begebenheiten gibt es immer wieder. Seltsame Träume, unglaubliche Zufälle. Die Frage ist, in welchen Kontext man das einordnen will. Ein Gespenst ist mir leider noch nicht begegnet, obwohl ich schon an Spukorten übernachtet und es darauf angelegt habe. Kanntest du die Legende um Idilia schon vor der Ausschreibung? Nein, ich bin bei der Recherche darauf gestoßen. Was hat dich daran fasziniert? Die Geschichte um Idilia wirft Rätsel auf. Handelt es sich um eine Zeitungsente, oder hat es das Mädchen wirklich gegeben? Je länger ich über Idilia recherchiert habe, desto mehr hat mich die Geschichte in ihren Bann gezogen. Es lag nahe, den neuen Mythos mit den alten zu verknüpfen. Was würdest du tun, wenn dir ein Geist begegnen würde? Das kommt vermutlich auf den Geist an. Ich würde mich gerne mit ihm unterhalten, wenn das ginge. Vielen Dank für das Interview!
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