© Verlag Torsten Low 2019
Thomas Glöckler
Der Kerker der schönen Lau
Thomas Glöckler, 1959 geboren, lebt in Ulm und arbeitet in der EDV (im IT-Bereich). Er schreibt seit 2000 kürzere und
vor allem lange, vielbändige Fantasy-Geschichten. „Der Kerker der Schönen Lau“ ist seine erste Veröffentlichung.
Im Blautopf soll die Schöne Lau leben. Sie ist die Frau des
Wasserkönigs vom Schwarzen Meer, der die Wassernixe in
den Blautopf verbannt hat, weil sie nicht mehr lachen konnte,
nachdem sie keine Kinder gebären konnte. Sie darf erst zu
ihm zurück, wenn sie dreimal lachen würde
Wie bist du zum Schreiben gekommen?
Besonders mag ich die märchenhaften Fantasy-Romane wie etwa die Drachenprinzsaga von Melany Rawn. Kurz vor
der Jahrtausendwende habe ich in einem Chat geschrieben, dass in den Bücherläden immer weniger Bücher dieser
Richtung angeboten würden. Da meinte eine Chatterin, ich solle doch selbst schreiben. Naja, das war am Anfang
ziemlich holprig, aber es entstand innerhalb von wenigen Monaten der erste Band meiner eigenen Geschichte. Mein
australischer Testleser war begeistert und hat mich ermuntert weiterzuschreiben: So entstand innerhalb von drei
Jahren ein ziemlich dickes, vierbändiges Werk.
Als Leser: Roman oder Kurzgeschichten?
Da ich beim Lesen schwer in ein neues Buch reinfinde, lese ich lieber dicke, mehrbändige Bücher. Manchmal lese ich
Kurzgeschichten – es sind viele tolle Werke darunter.
Und als Autor?
Ich überarbeite gerade die siebte Geschichte – der dritte Band meines zweiten Werks mit zurzeit knapp 280.000
Wörtern (nur Band III). Ich habe einige Kurzgeschichten geschrieben – vor allem zu meinen langen Werken. „Der
Kerker der schönen Lau“ steht alleine und ich habe ihn speziell für diese Anthologie verfasst. Da für mich die
Entwicklung meiner Protagonisten sehr wichtig ist, brauche ich viele Seiten.
Welche Genres liest du?
Eigentlich fast alles, was mich fesseln kann, hauptsächlich aber Fantasy, ScienceFiction, historische Romane,
Jugendbücher, etc.
Und in welchen Genres schreibst du?
Ausschließlich Fantasy – naja nicht ganz: Ich habe einen Zukunftsroman angefangen und schreibe daran immer mal
weiter, aber auch er ist fantastisch so im Stil von McCaffreys Rowan-Zyklus. Zurzeit bin ich bei Urban Fantasy, weil
mich die Geheimnisse hinter der realen Welt beim Schreiben reizen und bei der aktuellen Geschichte die reiche
Sagenwelt der Bretonen.
Was hat dich an der Ausschreibung „Geister der Vergangenheit“ gereizt?
Das Thema passte. Ich erinnerte mich gleich, wie mein Vater vor langer Zeit bei einem Besuch am Blautopf sagte:
„Da drin lebt die Lau und zieht schöne Männer in die Tiefe.“ Damals gab es noch keine Statue. Und da die Bücher von
Torsten einen Hang zum Horror haben und ich genug über das Tauchen wusste, war dies eine Einladung. Zudem hat
in neuerer Zeit niemand die Lau gesehen, es finden sich nur alte Berichte. Also musste jemand kommen und sie
befreien.
Glaubst du selbst an Geister und paranormale Ereignisse?
Nein, dazu bin ich zu nüchtern. Ich habe vergessen, oben hinzuzufügen: Ich lese auch wissenschaftliche
Fachzeitschriften, weil mich alles vom Subatomaren bis zur Astronomie interessiert.
Warst du schon mal am Blautopf?
Ja, unzählige Male. Das letzte Mal im August dieses Jahres und es ist jedes Mal wieder ein Erlebnis.
Tauchst du selber?
Nein.
Würdest du auch gerne mal im Blautopf tauchen und nach der schönen Lau suchen?
Nachdem ich die realen Erlebnisberichte der Blautopftaucher kenne, würde ich mir das nie antun. Dies ist etwas für
harte, trainierte Tauchprofies. Neuland zu entdecken ist natürlich ein Traum, aber der Weg dorthin mehr als steinig.
Wie würdest du reagieren, wenn du am Blautopf stehen würdest und plötzlich die schöne Lau auftauchen
würde?
Fliehen und sie aus sicherer Entfernung beobachten. Man weiß ja nie.
Vielen Dank für das Interview!
Die Bilderrechte liegen
bei Thomas Glöckler.