© Verlag Torsten Low 2019
Nanette Jürgens
Die Tote aus der See
Nanette Jürgens, Jahrgang 1980, lebt, liest und schreibt im hohen Norden, im
wunderschönen Schleswig-Holstein. Von Beruf ist sie Bankkauffrau.
In ihrem Leben haben Bücher schon immer eine wichtige Rolle gespielt. Vor
einigen Jahren hat sie dann die Faszination des Schreibens für sich entdeckt,
die sie seitdem nicht mehr losgelassen hat.
Neben Krimis gehören besonders fantastische und historische Geschichten,
gerne verbunden mit einer guten Prise Horror und Mystery, zu ihren großen
Leidenschaften. Ihre erste Veröffentlichung, ein Kurzkrimi, ist in der
Anthologie „Mordskohl“ im Schardt Verlag erschienen.
Gonger nennt man die Wiederkehrer auf den Inseln Amrum und Sylt. Meist sind es Mordopfer
oder Grenzsteinversetzer, die keine Ruhe finden und zurückkommen. Bei den Gongers handelt
es sich in der Regel um Ertrunkene, die aus dem Meer steigen und zu ihren Nachfahren ins
Haus gehen. Dabei tragen sie dieselbe Kleidung wie bei ihrem Tod. Sie löschen das Licht,
wandeln durch das Haus und legen sich zu jemandem auf die Decke. Gonger hinterlassen eine
Pfütze Meerwasser und kommen so lange wieder, bis die Familie davon überzeugt ist, dass der
Gonger im Meer ertrunken ist.
Wie bist du zum Schreiben gekommen?
Ich habe Bücher schon immer geliebt und sehr gerne gelesen. Im Alter von etwa zehn oder elf Jahren habe ich meine
erste größere Geschichte geschrieben, einen Krimi. Das Schreiben habe ich dann aber für eine Zeit lang wieder aus den
Augen verloren. Das Lesen und die Liebe für gute Geschichten ist aber immer geblieben. Schließlich verspürte ich dann
irgendwann das starke Bedürfnis selbst etwas zu Papier zu bringen. Vor vielen Jahren habe ich dann einfach angefangen
und diese Leidenschaft für das Geschichten schreiben hat mich nicht wieder losgelassen. Es macht einfach ganz viel Spaß.
Als Leser: Roman oder Kurzgeschichten?
Beides! :)
Und als Autor?
Momentan eher Kurzgeschichten, da kann man viel ausprobieren, öfter in viele verschiedene Welten, Themen und Genres
eintauchen und auch eine Menge dabei lernen. Aber ein Roman würde mich natürlich sehr reizen. Es ist schon ein Traum,
das eigene Buch vielleicht irgendwann einmal in Händen zu halten. Ideen hätte ich schon so ein paar...
Welche Genres liest du?
Am liebsten Mystery, Horror, Grusel, Fantasy, Krimi...
Und in welchen Genres schreibst du?
Wie ich lese.
Was hat dich an der Ausschreibung „Geister der Vergangenheit“ gereizt?
So einiges, erst einmal das Genre. Und dann das Thema, eine Anthologie über lokale Geisterlegenden in Deutschland finde
ich unglaublich spannend. Und dann natürlich der professionelle, etablierte Verlag.
Glaubst du selbst an Geister und paranormale Ereignisse?
Ich glaube schon, dass es diese in irgendeiner Art und Weise gibt, rätselhafte Phänomene oder Ereignisse, für die es keine
Erklärung gibt. Vielleicht umgibt uns in dieser Hinsicht auch viel mehr als wir denken.
Wenn ja, hast du selbst schon etwas in der Art erlebt?
Nein, bislang noch nicht.
Warst du schon auf Amrum?
Ich bin tatsächlich bereits einmal auf Amrum gewesen. Das ist aber schon viele, viele Jahre her. Es wäre aber auf jeden
Fall einmal wieder Zeit, dieser schönen Insel einen Besuch abzustatten. Besonders im Hinblick auf meine Geschichte. Und
am Meer zu sein tut sowieso immer unglaublich gut, egal wo.
Wie würdest du reagieren, wenn ein Gonger zu dir ins Bett steigen würde?
Erst einmal würde ich mich höllisch erschrecken, aufschreien, mein Herz würde rasen und ich würde aus dem Bett
springen, während ich meine Flucht ganz stark in Erwägung ziehen würde. Doch dann würde ich mich aber bestimmt an
meine Geschichte erinnern und das Gespräch suchen. :)
Würdest du versuchen, einem Geist zur Erlösung zu helfen, wenn dir einer begegnet?
Ich würde es versuchen, auf jeden Fall!
Vielen Dank für das Interview!
Die Bilderrechte liegen
bei Nanette Jürgens.