© Verlag Torsten Low 2019
Thomas Karg
Der Bestseller
Thomas Karg lebt im Herzen Niederbayerns. Seine Werke beschäftigen sich
mit den dunklen Seiten der menschlichen Seele und des Lebens. Er erzählt
düstere Geschichten in allen Schattierungen und Formen – von subtil bis
blutig, von realistisch bis phantastisch.
Seine erste eigene Kurzgeschichtensammlung »Fest der Geier und andere
verstörende Geschichten« wurde 2017 veröffentlicht.
Zudem finden sich mehrere Beiträge von ihm in verschiedenen Anthologien.
Gemeinsam mit Thomas Lohwasser und Vanessa Kaiser schreibt er an der
postapokalyptischen Reihe »Die Erben Abaddons«. Der Auftaktband
»Nimmerland« erschien im Juni 2019.
Außerdem veröffentlicht er zusammen mit Vanessa Kaiser unter dem
Pseudonym »Jo van Karkas« Kurzgeschichten.
Tief im Wald zwischen Hohenkasten und Weilheim steht die Pollingsrieder Kapelle, unter dieser sich der Legende ein Friedhof
für Pesttote befindet. Die Kapelle wurde errichtet, als die Pest überstanden war. Seitdem, heißt es, dass die Einwohner Angst
wegen übersinnlichen Erscheinungen und Totengejammere, die in der Nähe der Kapelle erschienen.
Im Umkreis der Kapelle gibt es fünf Brunnen, die angeblich ein Pentagramm ergeben. Dazu soll der Wald im Umkreis von 5km
verflucht sein. Es werden von verschiedenen Erscheinungen berichtet, wie etwa die Frau, die an einem Baum im Wald hängt.
Ein weitere Legende beschreibt den angeblichen Mord im Jahre 1625, bei dem ein Mädchen ermordet wurde. Das Mädchen
soll einen schwarzen Hund besessen haben, der Tag und Nacht wimmernd neben dem Brunnen saß, der der Kapelle am
nächsten ist. Darin wurden schließlich ihre Überreste gefunden. Die Einwohner hatten keine Ahnung, was genau passiert ist
oder wer der Mörder war. Im selben Jahr hielt der Pfarrer auf dem Vorplatz der Kapelle eine Fedenkfeier für das Mädchen ab.
Als jedoch der Hund des Mädchens den Gottesmann sah, rannte er lautbellend auf ihn zu, spang ihn an und biss dem Pfarrer
in den Hals. Dann verschwand der Hund im Wald. Der nun im Sterben liegende Pfarrer bat den Herrn um Vergebung und gab
damit den Missbrauch und den Mord an dem Mädchen vor den Augen der Gemeinde zu.
Noch heute wird von einem schwarzen Hund berichtet, der durch den Wald streift und verirrten Menschen den Weg hinaus
zeigt.
Wie bist du zum Schreiben gekommen?
Tatsächlich begann alles mit einem Simpsons-Comic und einer Parodie von Edgar Allan Poes „Das Fass Amontillado“. Im
Anschluss daran las ich die Geschichte im Original. Wiederum im Anschluss daran verfasste ich noch am gleichen
Nachmittag meine erste Kurzgeschichte. Das brachte den Stein ins Rollen.
Als Leser: Roman oder Kurzgeschichten?
Beides: Kurzgeschichten kann man in freien Minuten zwischenschieben. Romane sind perfekt für regnerische Abende, an
denen man ohnehin nichts vorhatte.
Und als Autor?
Ebenfalls beides. 2019 erschien im Verlag Torsten Low das Buch „Nimmerland“, der Auftaktroman zur Reihe „Die Erben
Abaddons“. Diesen Roman (der gleichzeitig mein Debüt ist) habe ich gemeinsam mit meinen Autorenkollegen Thomas
Lohwasser und Vanessa Kaiser geschrieben. Ich arbeite aber auch immer wieder an Kurzgeschichten für unterschiedliche
Anthologien oder auch eigene Sammlungen (z. B. meine 2017 erschienene „Fest der Geier und andere verstörende
Geschichten“).
Welche Genres liest du?
Hauptsächlich Horror und Thriller. Lieblingsautor ist definitiv Stephen King. Durch seine Bücher habe ich viel über das
Schreiben gelernt.
Und in welchen Genres schreibst du?
Ich schreibe grundsätzlich alles, was düster ist. Von subtilem Grusel bis hin zu richtig deftigem Splatter. Von realistisch
bis phantastisch. Ich probiere mich auch immer wieder gern in neuen Genres aus wie Fantasy, Romance und Science-
Fiction.
Wieviele Kurzgeschichten hast du schon veröffentlicht?
Es dürften inzwischen um die zwanzig in verschiedenen Anthologien sein. Dazu kommt mein eigener
Kurzgeschichtenband „Fest der Geier“, der zehn Geschichten umfasst. Die erste erschien 2013.
Du hast auch schon mit anderen Autoren an Geschichten zusammengeschrieben. Wie läuft so eine
Zusammenarbeit ab?
Das sind viele Fragen auf einmal ;) Es läuft sehr unterschiedlich ab, niemals nach Schema F. Meistens hat jemand eine
Grundidee, zu der die anderen beiden ihren Senf dazugeben, bis im Ping-Pong-System ein brauchbarer Plot entsteht.
Einer beginnt dann mit dem Schreiben, wobei ihn die anderen beiden unterstützen und Textteile überarbeiten. Es kann
auch sein, dass der „Vorschreiber“ wechselt. Letztendlich kann ich bei den meisten Geschichten nicht mehr eindeutig
sagen, welche Teile oder Sätze von wem von uns stammen
Was hat dich an der Ausschreibung „Geister der Vergangenheit“ gereizt?
Als Horrorfan bin ich natürlich auch ein Fan von Spukgeschichten. Da kam die Ausschreibung gerade recht.
Glaubst du selbst an Geister und paranormale Ereignisse?
Nein, aber das heißt nicht, dass es diese nicht gibt …
Wenn ja, hast du selbst schon etwas in der Art erlebt?
Bisher nicht, aber was nicht ist, kann ja noch werden …
Hast du die Pestkapelle schon einmal besucht?
Leider nein … Oder ist es vielleicht besser so? Wer weiß, ob ich dann zurückgekommen wäre? :O
Würdest du abends oder nachts dich dort hin trauen und deine Geschichte lesen?
Oh, das wäre bestimmt spannend und inspirierend. Aber man sollte das Schicksal und die Geister nicht zu sehr
herausfordern, nicht wahr?
Was denkst du über sogenannte Geisterjäger, die nachts zu solchen Orten gehen um Gespenster zu sehen?
Wenn’s Spaß macht … Für mich wäre das nichts.
Vielen Dank für das Interview!
Danke ebenso!