© Verlag Torsten Low 2019

Stephanie Plass

Das Teufelszimmer

Über Stephanie Plass
Stephanie Plass wurde am 27.06.1990 in Lauf an der Pegnitz (bei Nürnberg) geboren und studierte in Erlangen. Sie lebt noch heute in Schnaittach, einem kleinen Markt im Nürnberger Land. Von ihrem Fenster aus hat sie direkten Blick auf die Festung Rothenberg. In ihrer Freizeit engagiert sich Stephanie Plass ehrenamtlich in der Gemeindebücherei ihres Heimatortes, wo sie u.a. für die Pressearbeit zuständig ist.
Die originale Geisterlegende
Das sogenannte „Teufelszimmer“ befindet sich im ehemaligen Kommandantenhaus in der Festung Rothenberg bei Schnaittach. Unter diesem Zimmer verlaufen einige unterirdische Gänge. Darin soll es fürchterlich geschallt haben, als sich ein Oberst in diesem Zimmer mit einer Sattelpistole erschoss. Er wurde anschließend auf dem Festungsfriedhof bestattet, doch der Sage nach geistert er immer noch in der Festung umher. Am Wall zwischen den Bastionen „Schneittach“ und „Amalie“ hörten die Posten die Schritte des stöhnenden Oberst. Auch andere unheimliche Geräusche wie das Klirren von Rüstungen kann man der Überlieferung nach dort hören. Bei einer Führung wurde erzählt, dass dies sogar in den Festungsbüchern mit dem Vermerk belegt wurde, dass die Posten von der Wache an dieser Stelle aufgrund des Spukes befreit wären.
Interview mit Stephanie Plass Wie bist du zum Schreiben gekommen? Hm, gute Frage … Weißt du, ich habe spannende Geschichten schon immer geliebt. Das ist vermutlich auch der Grund, warum ich mich im Laufe meines Studiums auch immer mit dem Fach „Geschichte“ beschäftigt habe. Man erfährt von der Geschichte so viele interessante Geschichten. *lacht* Irgendwann habe ich dann begonnen, mir zu Büchern und Filmen alternative Enden oder zusätzliche Handlungsstränge auszudenken. Daraus wurde dann Fanfiction. Irgendwann kamen hier eigene Charaktere hinzu und irgendwann wurden es so viele eigene Charaktere, dass ich wie automatisch anfing, eigene Geschichten zu verfassen. Man könnte also sagen, es war eine langsame, aber stetige Entwicklung.   Als Leser: Roman oder Kurzgeschichten? Das kommt wirklich darauf an. Wenn die Geschichte unglaublich spannend und mitreißend ist, dann kommt mir selbst der dickste Roman wie die kürzeste Kurzgeschichte vor und ich bin traurig, wenn das Buch zu Ende ist.    Und als Autor? Als Autor selbst mag ich ebenfalls beides, also Roman und Kurzgeschichte. Wenn man einen Roman schreibt, hat man einfach nur mehr Platz, die Figuren kennenzulernen. Dafür dauert das Schreiben eben länger.   Welche Genres liest du? Und in welchen Genres schreibst du?  Ich lese eigentlich sehr unterschiedliche Genres: von Fantasy über Thriller hin zu Historisches. Beim Schreiben selbst fühle ich mich im Bereich „Fantasy“ und im Bereich „Historisches“ sehr wohl. Lustigerweise wird es bei Kurzgeschichten meist etwas „Fantastisches“ – zumindest waren alle meine bisherigen Anthologie-Beiträge immer etwas aus diesem Genre – während mein Kinderbuch eher „realistisch“ ist. Und auch ein bisschen „historisch“, schließlich muss ein echter Raubritterschatz gehoben werden.   Was hat dich an der Ausschreibung „Geister der Vergangenheit“ gereizt? Das Thema war erstens sehr sehr spannend und zweitens kam es genau zur richtigen Zeit. Weißt du, ich habe ungefähr ein Jahr vor der Ausschreibung meinen Erstling, „Der Schatz der Ganerben“, veröffentlicht. Die Geschichte handelt von Kindern, die einen Schatz von Raubrittern finden möchten. Und diese Raubritter lebten vor hunderten von Jahren auf der Festung Rothenberg. Für meinen Erstling habe ich natürlich intensiv recherchiert und bin dabei auch über die zahlreichen Geistergeschichten gestolpert, die sich um die Festung ranken. Da lag es einfach auf der Hand, eine dieser Geistergeschichten in unsere Zeit zu versetzen und mich an der Ausschreibung zu beteiligen. Zum Glück habe ich euch überzeugt und darf mich nun freuen, Teil der Anthologie zu sein.   Glaubst du selbst an Geister und paranormale Ereignisse? Ich fände es sehr langweilig, wenn es in der Welt nur Dinge gäbe, die wir mit bloßem Auge sehen oder die wir mit Wissenschaft erklären können. Das würde der Welt ein bisschen den Reiz nehmen.   Hast du selbst schon etwas in der Art erlebt? Also, so oft, wie ich Dinge verlege, könnte man durchaus meinen, dass ein Kobold oder ein nerviger kleiner Geist bei mir wohnt …  Du hast die Eröffnungsgeschichte der Anthologie geschrieben und hast die Themensuche als Aufhänger genutzt. Da auch du ein Fenster hast, von dem man die Festung Rothenberg sehen kann, könnte man auf die Idee kommen, dass du dich hinter Lea verbirgst…? Au weh, bloß nicht! *lacht* Du musst wissen, ich bin ein schrecklicher Angsthase. Wenn ich mir vorstelle, dass ein gefährlicher Geist in meinem Zimmer erscheint und dann auch noch meinen Laptop kapert – bloß nicht!   Hast du in der Festung Rothenberg eine Führung mitgemacht oder warst du am Grab deines Geistes? Eine Führung kann ich wirklich nur jedem Besucher empfehlen. Erstens ist der Blick hinunter auf Schnaittach wirklich wunderschön und zweitens ist die Atmosphäre in den alten Mauern etwas ganz Besonderes. Die Gegend rund um den Rothenberg ist auch ein sehr schönes Wandergebiet, weshalb man einen Ausflug hierher wirklich genießen kann.   Es heißt, die Soldaten wurden früher von der Wache in bestimmten Gängen unter der Festung befreit, weil man da den Geist hören konnte (so der Führer der Festung Rothenberg). Dies soll sogar schriftlich niedergeschrieben worden sein. Würdest du nachts durch diese Gänge gehen? Wie gesagt, ich bin ein ziemlicher Angsthase – so ein nächtlicher Spaziergang würde mich daher eher weniger reizen. Was ich aber gerne können würde – ich würde gerne, wenigstens für eine Stunde, die Sprache der Steine verstehen können. Allein die Vorstellung, was sie alles erlebt haben, und welche Geschichten sie mir erzählen könnten …! Das wäre wirklich spannend. Und bestimmt nicht so gruselig. *grinst*  Vielen Dank für das Interview! Gern geschehen! YouTube-Links Sonstige Links Das ehemalige Kommandantenhaus in der Festung Rothenberg bei Schnaittach.
© Verlag Torsten Low

Stephanie Plass

Das Teufelszimmer

Über Stephanie Plass
Stephanie Plass wurde am 27.06.1990 in Lauf an der Pegnitz (bei Nürnberg) geboren und studierte in Erlangen. Sie lebt noch heute in Schnaittach, einem kleinen Markt im Nürnberger Land. Von ihrem Fenster aus hat sie direkten Blick auf die Festung Rothenberg. In ihrer Freizeit engagiert sich Stephanie Plass ehrenamtlich in der Gemeindebücherei ihres Heimatortes, wo sie u.a. für die Pressearbeit zuständig ist.
Die originale Geisterlegende Das ehemalige Kommandantenhaus in der Festung Rothenberg bei Schnaittach.
Das sogenannte „Teufelszimmer“ befindet sich im ehemaligen Kommandantenhaus in der Festung Rothenberg bei Schnaittach. Unter diesem Zimmer verlaufen einige unterirdische Gänge. Darin soll es fürchterlich geschallt haben, als sich ein Oberst in diesem Zimmer mit einer Sattelpistole erschoss. Er wurde anschließend auf dem Festungsfriedhof bestattet, doch der Sage nach geistert er immer noch in der Festung umher. Am Wall zwischen den Bastionen „Schneittach“ und „Amalie“ hörten die Posten die Schritte des stöhnenden Oberst. Auch andere unheimliche Geräusche wie das Klirren von Rüstungen kann man der Überlieferung nach dort hören. Bei einer Führung wurde erzählt, dass dies sogar in den Festungsbüchern mit dem Vermerk belegt wurde, dass die Posten von der Wache an dieser Stelle aufgrund des Spukes befreit wären.
Interview mit Stephanie Plass Wie bist du zum Schreiben gekommen? Hm, gute Frage … Weißt du, ich habe spannende Geschichten schon immer geliebt. Das ist vermutlich auch der Grund, warum ich mich im Laufe meines Studiums auch immer mit dem Fach „Geschichte“ beschäftigt habe. Man erfährt von der Geschichte so viele interessante Geschichten. *lacht* Irgendwann habe ich dann begonnen, mir zu Büchern und Filmen alternative Enden oder zusätzliche Handlungsstränge auszudenken. Daraus wurde dann Fanfiction. Irgendwann kamen hier eigene Charaktere hinzu und irgendwann wurden es so viele eigene Charaktere, dass ich wie automatisch anfing, eigene Geschichten zu verfassen. Man könnte also sagen, es war eine langsame, aber stetige Entwicklung.   Als Leser: Roman oder Kurzgeschichten? Das kommt wirklich darauf an. Wenn die Geschichte unglaublich spannend und mitreißend ist, dann kommt mir selbst der dickste Roman wie die kürzeste Kurzgeschichte vor und ich bin traurig, wenn das Buch zu Ende ist.    Und als Autor? Als Autor selbst mag ich ebenfalls beides, also Roman und Kurzgeschichte. Wenn man einen Roman schreibt, hat man einfach nur mehr Platz, die Figuren kennenzulernen. Dafür dauert das Schreiben eben länger.   Welche Genres liest du? Und in welchen Genres schreibst du?  Ich lese eigentlich sehr unterschiedliche Genres: von Fantasy über Thriller hin zu Historisches. Beim Schreiben selbst fühle ich mich im Bereich „Fantasy“ und im Bereich „Historisches“ sehr wohl. Lustigerweise wird es bei Kurzgeschichten meist etwas „Fantastisches“ – zumindest waren alle meine bisherigen Anthologie-Beiträge immer etwas aus diesem Genre – während mein Kinderbuch eher „realistisch“ ist. Und auch ein bisschen „historisch“, schließlich muss ein echter Raubritterschatz gehoben werden.   Was hat dich an der Ausschreibung „Geister der Vergangenheit“ gereizt? Das Thema war erstens sehr sehr spannend und zweitens kam es genau zur richtigen Zeit. Weißt du, ich habe ungefähr ein Jahr vor der Ausschreibung meinen Erstling, „Der Schatz der Ganerben“, veröffentlicht. Die Geschichte handelt von Kindern, die einen Schatz von Raubrittern finden möchten. Und diese Raubritter lebten vor hunderten von Jahren auf der Festung Rothenberg. Für meinen Erstling habe ich natürlich intensiv recherchiert und bin dabei auch über die zahlreichen Geistergeschichten gestolpert, die sich um die Festung ranken. Da lag es einfach auf der Hand, eine dieser Geistergeschichten in unsere Zeit zu versetzen und mich an der Ausschreibung zu beteiligen. Zum Glück habe ich euch überzeugt und darf mich nun freuen, Teil der Anthologie zu sein.   Glaubst du selbst an Geister und paranormale Ereignisse? Ich fände es sehr langweilig, wenn es in der Welt nur Dinge gäbe, die wir mit bloßem Auge sehen oder die wir mit Wissenschaft erklären können. Das würde der Welt ein bisschen den Reiz nehmen.   Hast du selbst schon etwas in der Art erlebt? Also, so oft, wie ich Dinge verlege, könnte man durchaus meinen, dass ein Kobold oder ein nerviger kleiner Geist bei mir wohnt …  Du hast die Eröffnungsgeschichte der Anthologie geschrieben und hast die Themensuche als Aufhänger genutzt. Da auch du ein Fenster hast, von dem man die Festung Rothenberg sehen kann, könnte man auf die Idee kommen, dass du dich hinter Lea verbirgst…? Au weh, bloß nicht! *lacht* Du musst wissen, ich bin ein schrecklicher Angsthase. Wenn ich mir vorstelle, dass ein gefährlicher Geist in meinem Zimmer erscheint und dann auch noch meinen Laptop kapert – bloß nicht!   Hast du in der Festung Rothenberg eine Führung mitgemacht oder warst du am Grab deines Geistes? Eine Führung kann ich wirklich nur jedem Besucher empfehlen. Erstens ist der Blick hinunter auf Schnaittach wirklich wunderschön und zweitens ist die Atmosphäre in den alten Mauern etwas ganz Besonderes. Die Gegend rund um den Rothenberg ist auch ein sehr schönes Wandergebiet, weshalb man einen Ausflug hierher wirklich genießen kann.   Es heißt, die Soldaten wurden früher von der Wache in bestimmten Gängen unter der Festung befreit, weil man da den Geist hören konnte (so der Führer der Festung Rothenberg). Dies soll sogar schriftlich niedergeschrieben worden sein. Würdest du nachts durch diese Gänge gehen? Wie gesagt, ich bin ein ziemlicher Angsthase – so ein nächtlicher Spaziergang würde mich daher eher weniger reizen. Was ich aber gerne können würde – ich würde gerne, wenigstens für eine Stunde, die Sprache der Steine verstehen können. Allein die Vorstellung, was sie alles erlebt haben, und welche Geschichten sie mir erzählen könnten …! Das wäre wirklich spannend. Und bestimmt nicht so gruselig. *grinst*  Vielen Dank für das Interview! Gern geschehen! YouTube-Links Sonstige Links