© Verlag Torsten Low 2019

Vincent Voss

Herrn Groß Geistergeschichte

Über Vincent Voss
Nach meiner Karriere bei einer Terrorjazz spielenden Postpunkband als Textschreiber und Shouter habe ich 2008 mit dem Schreiben begonnen und seither zahlreiche Erzählungen in verschiedenen Genres veröffentlicht. Mein kulturwissenschaftliches Studium, aber mehr noch meine Tätigkeiten währenddessen als Tankwart, Aushilfe in einer Aluminiumverarbeitung, Marktverkäufer, Pflegehelfer auf einer akutpsychiatrischen Station, SAP-Logist in einem Telekommunikationsunternehmen, Call-Center-Agent, Pädagoge, Sänger einer Terrorjazzband, Altenpfleger, Bestatter,  Fotografenassistent, Packer, Bodygard und derzeit Integrationskoordinator einer Großgemeinde haben mich zu Beobachtungen geführt, von denen ich beim Schreiben zehre. Ich lebe glücklich mit meiner Familie im Norden Hamburgs und mag mich gerne gruseln.
Die originale Geisterlegende
Einen Panzer, der einst im Wakendorfer Moor eingesunken war, inspirierte Herrn Groß seinen Schulklassen, eine Geistergeschichte über besagten Panzer und den Soldaten zu erzählen. Die genaue Geschichte kennen nur die Schüler, die ihn als Lehrer hatten, und die Menschen, denen die Schüler davon erzählt haben. Dennoch verbreitete sich die Geisterlegende ungestört der Tatsache, dass der Panzer weder völlig versunken war, noch dass es dabei Tote gab. Auch wurde der Panzer im Laufe der Zeit geborgen.
Interview mit Vincent Voss
Wie bist du zum Schreiben gekommen? Über pen&paper Rollenspiel und zwar konkret über das Schwarze Auge. Ich habe als Spielleiter dann meine eigenen Welten entworfen, Geschichten erzählt und geschrieben, ohne es als „Schreiben“ zu sehen. Später habe ich im Leistungskurs Deutsch eine Performance zu „Die Loreley“ geschrieben und vorgetragen und gerade die Reaktionen dazu … völlige Verstörtheit … hat mir das erste Mal die Erkenntnis geliefert, dass Schreiben magisch sein kann. Als Leser: Roman oder Kurzgeschichten? Beides gleichzeitig oder im Wechsel. Kurzgeschichten als Anthologie oder Band. Geht immer. Und als Autor? Siehe oben. Wobei meine Kapazitäten Kurzgeschichten zu schreiben, schrumpfen. Nächstes Jahr maximal vier. So! Welche Genres liest du? Horror- und Schauerliteratur. Und für meine Recherche Fachbücher. Und in welchen Genres schreibst du? Am liebsten Horror. Aber grundsätzlich würde ich sagen: Spannungsliteratur. Und Abseitiges, das man auf einem Slam vortragen kann. Was hat dich an der Ausschreibung „Geister der Vergangenheit“ gereizt? Die Geschichte selbst. Wie schon erwähnt, ich habe kaum Zeit für Kurzgeschichten und nehme selten an Ausschreibungen teil, da ich oft eingeladen werde und dann abwägen muss. Hier war es die Geschichte, die geschrieben werden wollte. Musste. Sie geisterte schon vorher in meinem Kopf herum und die tolle Ausschreibung war dann der notwendige Impuls. Glaubst du selbst an Geister und paranormale Ereignisse? Kein Kommentar wäre wohl die beste Antwort … ich habe Kulturwissenschaften studiert, da sind paranormale Phänomene an der Tagesordnung. Und man kann an wissenschaftliche Grenzen kommen und würde sich bestimmt einfacher tun, ein Paradigma zuzulassen, das offen für Geister ist. Wenn ja, hast du selbst schon etwas in der Art erlebt? Ja. Wann hast du das erste Mal von dieser Geisterlegende gehört? Erst viel später. Ich bin in einem Nachbardorf großgeworden. 2 Kilometer und dennoch Galaxien von Wakendorf II entfernt. Über facebook schrieb mich dann ein Freund an, ob ich denn überhaupt die Geschichte kennen würde, die man sich über das Wakendorfer Moor erzählen würde und da wurde es wieder präsent: Alle meine Wakendorfer Freunde habe diese schwere Bürde der Geschichte ihr Leben lang mit sich getragen und wenn, dann wurde sich darüber nur hinter vorgehaltener Hand unterhalten. Also, als Jugendlicher. Der damalige Schuldirektor ist nun schon länger nicht mehr im Amt, aber ich habe die Geschichte letztens innerhalb eines Schulprojektes etwas abgeändert vorgetragen. Man kann sagen, die Geschichte lebt weiter. Wie würdest du reagieren, wenn du durch das Moor gehen und du plötzlich einen Panzer sehen würdest? Ehrlich, ich dachte einmal einen gesehen zu haben. Da hab ich mich definitiv erschrocken. Aber das Moor ist halt einfach geheimnisvoll, da schwingt immer etwas Furcht vor dem Geheimnisvollen mit. Die Geisterlegende basiert ja auf einen Vorfall, bei dem der Panzer inzwischen geborgen wurde und niemand gestorben ist. Was meinst du, warum sich diese Legende dennoch so verselbständigt hat? Ich schätze, weil sie vor allem gut ist und gut erzählt wurde. Würdest du nachts allein in das Moor gehen? Musste ich früher. War die beste Anbindung an Wakendorf. Mit dem Bus nach Naherfurth und dann 2,5 km durch das Moor. Und dann Nebel. Und bellende Hunde von den Gehöften. Und Vollmond. Und Geräusche aus dem Unterholz.  Vielen Dank für das Interview!
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Die Bilderrechte liegen bei Vincent Voss..
© Verlag Torsten Low

Vincent Voss

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Die Bilderrechte liegen bei Vincent Voss.. Über Vincent Voss
Nach meiner Karriere bei einer Terrorjazz spielenden Postpunkband als Textschreiber und Shouter habe ich 2008 mit dem Schreiben begonnen und seither zahlreiche Erzählungen in verschiedenen Genres veröffentlicht. Mein kulturwissenschaftliches Studium, aber mehr noch meine Tätigkeiten währenddessen als Tankwart, Aushilfe in einer Aluminiumverarbeitung, Marktverkäufer, Pflegehelfer auf einer akutpsychiatrischen Station, SAP-Logist in einem Telekommunikationsunternehmen, Call-Center-Agent, Pädagoge, Sänger einer Terrorjazzband, Altenpfleger, Bestatter,  Fotografenassistent, Packer, Bodygard und derzeit Integrationskoordinator einer Großgemeinde haben mich zu Beobachtungen geführt, von denen ich beim Schreiben zehre. Ich lebe glücklich mit meiner Familie im Norden Hamburgs und mag mich gerne gruseln.
Die originale Geisterlegende
Einen Panzer, der einst im Wakendorfer Moor eingesunken war, inspirierte Herrn Groß seinen Schulklassen, eine Geistergeschichte über besagten Panzer und den Soldaten zu erzählen. Die genaue Geschichte kennen nur die Schüler, die ihn als Lehrer hatten, und die Menschen, denen die Schüler davon erzählt haben. Dennoch verbreitete sich die Geisterlegende ungestört der Tatsache, dass der Panzer weder völlig versunken war, noch dass es dabei Tote gab. Auch wurde der Panzer im Laufe der Zeit geborgen.
Interview mit Vincent Voss
Wie bist du zum Schreiben gekommen? Über pen&paper Rollenspiel und zwar konkret über das Schwarze Auge. Ich habe als Spielleiter dann meine eigenen Welten entworfen, Geschichten erzählt und geschrieben, ohne es als „Schreiben“ zu sehen. Später habe ich im Leistungskurs Deutsch eine Performance zu „Die Loreley“ geschrieben und vorgetragen und gerade die Reaktionen dazu … völlige Verstörtheit … hat mir das erste Mal die Erkenntnis geliefert, dass Schreiben magisch sein kann. Als Leser: Roman oder Kurzgeschichten? Beides gleichzeitig oder im Wechsel. Kurzgeschichten als Anthologie oder Band. Geht immer. Und als Autor? Siehe oben. Wobei meine Kapazitäten Kurzgeschichten zu schreiben, schrumpfen. Nächstes Jahr maximal vier. So! Welche Genres liest du? Horror- und Schauerliteratur. Und für meine Recherche Fachbücher. Und in welchen Genres schreibst du? Am liebsten Horror. Aber grundsätzlich würde ich sagen: Spannungsliteratur. Und Abseitiges, das man auf einem Slam vortragen kann. Was hat dich an der Ausschreibung „Geister der Vergangenheit“ gereizt? Die Geschichte selbst. Wie schon erwähnt, ich habe kaum Zeit für Kurzgeschichten und nehme selten an Ausschreibungen teil, da ich oft eingeladen werde und dann abwägen muss. Hier war es die Geschichte, die geschrieben werden wollte. Musste. Sie geisterte schon vorher in meinem Kopf herum und die tolle Ausschreibung war dann der notwendige Impuls. Glaubst du selbst an Geister und paranormale Ereignisse? Kein Kommentar wäre wohl die beste Antwort … ich habe Kulturwissenschaften studiert, da sind paranormale Phänomene an der Tagesordnung. Und man kann an wissenschaftliche Grenzen kommen und würde sich bestimmt einfacher tun, ein Paradigma zuzulassen, das offen für Geister ist. Wenn ja, hast du selbst schon etwas in der Art erlebt? Ja. Wann hast du das erste Mal von dieser Geisterlegende gehört? Erst viel später. Ich bin in einem Nachbardorf großgeworden. 2 Kilometer und dennoch Galaxien von Wakendorf II entfernt. Über facebook schrieb mich dann ein Freund an, ob ich denn überhaupt die Geschichte kennen würde, die man sich über das Wakendorfer Moor erzählen würde und da wurde es wieder präsent: Alle meine Wakendorfer Freunde habe diese schwere Bürde der Geschichte ihr Leben lang mit sich getragen und wenn, dann wurde sich darüber nur hinter vorgehaltener Hand unterhalten. Also, als Jugendlicher. Der damalige Schuldirektor ist nun schon länger nicht mehr im Amt, aber ich habe die Geschichte letztens innerhalb eines Schulprojektes etwas abgeändert vorgetragen. Man kann sagen, die Geschichte lebt weiter. Wie würdest du reagieren, wenn du durch das Moor gehen und du plötzlich einen Panzer sehen würdest? Ehrlich, ich dachte einmal einen gesehen zu haben. Da hab ich mich definitiv erschrocken. Aber das Moor ist halt einfach geheimnisvoll, da schwingt immer etwas Furcht vor dem Geheimnisvollen mit. Die Geisterlegende basiert ja auf einen Vorfall, bei dem der Panzer inzwischen geborgen wurde und niemand gestorben ist. Was meinst du, warum sich diese Legende dennoch so verselbständigt hat? Ich schätze, weil sie vor allem gut ist und gut erzählt wurde. Würdest du nachts allein in das Moor gehen? Musste ich früher. War die beste Anbindung an Wakendorf. Mit dem Bus nach Naherfurth und dann 2,5 km durch das Moor. Und dann Nebel. Und bellende Hunde von den Gehöften. Und Vollmond. Und Geräusche aus dem Unterholz.  Vielen Dank für das Interview!
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